Gepard

Nein, das Foto oben stammt nicht aus einem deutschen Zoo. Der Königsgepard (King-Cheetah) wurde in Südafrika aufgenommen und zwar im HESC dem Hoedspruit Endangered Species Centre. Dort beschäftigt sich das Cheetah Project mit Aufzucht und Versorgung von jungen Geparden, die dann im Erwachsenenalter „ausgewildert“ werden. Königsgeparde sind übrigens keine Unterart, sondern eine großfleckige Mutation der normalen Fellzeichnung. In freier Wildbahn haben sie allerdings aufgrund der auffälligen Zeichnung kaum Überlebenschancen.

Die englische und auch im südlichen Afrika gebräuchliche Bezeichnung für den Gepard – Cheetah – stammt vom Sanskrit-Wort chitraka für „der Gefleckte“.

Ursprünglich erstreckte sich das Verbreitungsgebiet von Geparden vom Nahen Osten bis Indien und die afrikanischen Vertreter bevölkerten den ganzen afrikanischen Kontinent. Der Asiatische Gepard gilt als fast ausgestorben, es könnten noch einige Tiere im Iran leben, auch im Nordwesten Afrikas soll es noch Tiere geben. Die größten Bestände ca. 4200 Tiere findet man heute in Namibia und Südafrika. Der Rest des Bestandes lebt im Osten des afrikanischen Kontinents.

Im Laufe seiner Evolution haben es Geparden geschafft sich an vielfältige und sehr unterschiedliche Lebensräume anzupassen. Sie fanden überall ein Zuhause, ob in Busch und Feuchtsavannen, Grasländern und Trockensavannen oder Halbwüsten und Wüsten und vom Tiefland bis auf eine Höhe von 4’000 m.

Aber ausgerechnet ihre fantastische Spezialisierung auf Geschwindigkeit wird ihnen nun in einer modernen, zersiedelten Welt zum Verhängnis. Der Körper eines Gepards ist auf Geschwindigkeit ausgelegt: hohe Beine, geringes Gewicht, schlanke Gestalt und einen Kopf der der Atmung Priorität einräumt und nicht der Beißkraft. Die enorme Anstrengung die eine Jagd von maximal 60 Sekunden kostet bedeutet, dass das Tier fast eine halbe Stunde benötigt um wieder zu Atem zu kommen. Zeit in denen sich die stärkeren Nahrungskonkurrenten wie Hyänen, Leoparden oder Löwen einfinden können und dem erfolgreichen Jäger die Beute streitig machen oder sogar sein eigenes Leben bedrohen. Eine Chance hat dann der Gepard kaum. Es sind daher die einzigen Katzen die tagsüber jagen um dieses Risiko zu verringern und sie benötigen große Reviere.

Die Gebiete in dem Geparden jagen sind riesig und oft sind sogar Parks und Schutzgebiete zu klein, sodass sie Nahrungskonkurrenten nicht ausweichen können. Namibia weist die größte Population an Geparden weltweit auf. Der überwiegende Teil lebt aber nicht in Reservaten, so kommen sie oftmals den Farmern und Ranchern in die Quere, die um ihr Vieh fürchten. Daher wurden die Katzen dort gnadenlos gejagt. Ein vom WWF unterstütztes Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin soll das verhindern und ist damit auch erfolgreich.

Im Grunde genommen haben Geparden eine gute Chance ihre Art zu erhalten. Im Gegensatz zu in Zoos gehaltenen Tieren pflanzen sie sich nämlich ohne Probleme fort. Sie haben keine feste Zeit in der sie sich fortpflanzen und ein Muttertier kann bis zu 8 Junge gebähren.

Voraussetzungen die der Mensch schaffen kann und muss, sind die Ausweisung wirklich großer Schutzgebiete, auch Länder übergreifend, wie z.B. der Kavango-Zambesi-Schutzgebietsverbund KAZA mit seinen Wildtierkorridoren. Die Hoffnung ruht auch auf den kooperativen Farmern und der erfolgreichen Arbeit der Schutzprogramme.

Die Bilder in der Galerie wurden 2014 und 2021 im Opel-Zoo in Kronberg aufgenommen. Im Juni 2019 brachte „Jamari“ dort 6 Junge zur Welt – eine Sensation!

Ein großartiger Zuchterfolg in der Stuttgarter Wilhelma: Im Juni 2022 kamen dort Fünflinge zur Welt. Die Eltern heißen (Papa) Zawadi und die (Mama) Niara. Die Namen der weiblichen Kids sind Nala und Maleika, die drei Männchen erhielten die Namen Themba, Lunis und Ajani.

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