Rosapelikan

 

Es sind riesige Vögel, beeindruckend und vielleicht etwas einschüchternd, wenn sie vor einem stehen, die Flügel aufspannen, den Schnabel geöffnet, sodass man in ihren Kehlsack schauen kann. Die Flügelspannweite liegt zwischen 240 und 360 cm. Ein Männchen bringt es auf eine Länge von etwa 150 cm, davon entfallen 30-40 cm auf den Schnabel.

Aber es sind Vögel, die sich schnell an Menschen gewöhnen und ihnen auch folgen. Weltweit werden die Tiere in über 220 Zoos gehalten, dazu noch viele Tiere in Landschaftsgärten und Parks. Meine Aufnahmen sind überwiegend im Luisenpark Mannheim entstanden.

Rosapelikane gehören wie Krauskopf-, Nashorn- und Brillenpelikanen zu den großen Pelikanen, die in dichten Kolonien leben und am Boden brüten; wohingegen Rötel- und Graupelikane die kleinere Pelikanart vertreten, welche in lockeren Verbänden leben und auf Bäumen brüten. Braunpelikane und Chile-Pelikane unterscheiden sich sehr stark von den vorgenannten, sie sind sogenannte Stoßtaucher und leben am Meer.

Das erklärt die große Anzahl von Rosapelikanen in menschlicher Obhut. Sie sind verhältnismäßig einfach zu halten, wenn sie ausreichend Wasserfläche und beheizte Winterquartiere (ebenfalls mit Wasserfläche) haben. Bei freilebenden Vögeln in Europa liegt die Brutsaison etwa im April und Mai. Im Zoo durch die besseren Bedingungen etwas früher. Auffällig sind die Höcker am Schnabelansatz und ein Federschopf am Hinterkopf der sich zur Fortpflanzungszeit bei Männchen und Weibchen bildet, die Federn werden leicht rosa. Damit sich Paare finden, färben sich zusätzlich bei den Männchen die nackte Haut um die Augen gelb-rosa und bei den Weibchen orange. In Deutschland gelang übrigens die Erstzucht eines Rosapelikans im Zoo Berlin 1971 und die erste Handaufzucht war 2006 im Zoo Heidelberg erfolgreich. Die Eier wurden künstlich ausgebrütet und die Jungen in einer Wärmebox aufgezogen. Leider reagieren Pelikane sehr empfindlich auf Störungen während der Brut und verlassen dann häufig das Gelege.

Wenn an sich flugfähige Vögel nicht in Volieren gehalten werden sollen, müssen sie flugunfähig gemacht werden, indem ihre Schwungfedern beschnitten, die Flügelspitze amputiert wird (was seit 2006 verboten ist) oder durch Federfollikelextirpation (die chirurgische Entfernung der Federpapillen). Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema findet Ihr bei Interesse auf der Seite der Bundestierärztekammer.de*.

Pelikane leben auf allen Kontinenten. Den Rosapelikan findet man in Europa allerdings nur noch im Donaudelta, Südrussland, Bulgarien, der Ukraine und an der Grenze zwischen Griechenland und Albanien im Naturschutzgebiet Prespasee. Grundsätzlich stehen die Pelikane nicht auf der Roten Liste, ihre Bestände weltweit sinken jedoch.

*Artikel Flugunfähigmachen von Vögeln in zoologischen Einrichtungen. Vogelhaltung im Spannungsfeld zwischen Tierschutzgesetz und Verhaltensbiologie von Katrin Baumgartner

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