Riesenschildkröten


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Es sind wahrhaftig urtümliche Tiere. Seit etwa 60 Millionen Jahren (dem Tertiär) bevölkern sie diesen Planeten – unvorstellbar. Geduldig und bedächtig in ihren Bewegungen, in Eile höchstens, wenn Futter in der Nähe gewittert wird oder ein paarungsbereites Weibchen das Interesse eines Männchens geweckt hat. Ich spreche von Landschildkröten (Familie: Testudinidae) und zwar von den Schwergewichtigen unter Ihnen, den Galapagos-, Aldabra- (oder Seychellen-) Riesenschildkröten und Spornschildkröten. Schildkröten sind Reptilien und haben mit Kröten, die ja Amphibien sind, nichts zu tun. Der irreführende Name wurde jedoch bereits im Altgriechischen verwendet, χελώνη bzw. Cheloni bedeutet u.a. „Schildkröte“. Übrigens wurde die in der Ära Gaius Julius Caesars entwickelte militärische Angriffsformation des römischen Heeres „Testudo“ oder „Schildkrötenformation“ genannt. Asterix Leser kennen das natürlich.

Außer der Spornschildkröte sind die noch existierenden Riesenschildkröten alle auf Inseln beheimatet. Wie kommt das und vor allem woher kommen sie? Zwei Theorien besagen, dass sie schwimmend und mit Treibgut die Inselgruppen erreicht haben. Eine andere besagt, dass die heutige Riesenform evtl. eine Verkleinerungsform ehemaliger noch größerer Tiere ist, die sich nach der Entstehung der Inseln in ihrer Größe dem Nahrungsangebot und den Bedürfnissen ihres Lebensraums angepasst haben. Für die erste Theorie spricht auf alle Fälle ihre Fähigkeit mit dem Kopf nach oben schwimmend große Entfernungen zurückzulegen, und sie sind in der Lage bis zu einem halben Jahr auf Nahrung und Süßwasser verzichten zu können. Genuntersuchungen haben ergeben, dass die Tiere der Galapagos-Inseln nahe Verwandte der Patagonischen (Chaco-) Landschildkröte sind. Wahrscheinlich haben sich die Aldabra -Riesenschildkröten auf den Seychellen entwickelt und von dort die Komoren, Madagaskar und andere Inseln besiedelt.

Rekordverdächtig in der Tierwelt ist das Alter, das Riesenschildkröten erreichen können. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist 100 Jahre und mehr. Als Beispiele seien folgende Tiere genannt: „Harriet“ wurde etwa 1830 auf der Galapagos Insel Santa Cruz geboren und starb im Australia Zoo 2006 mit 176 Jahren an Herzversagen. „Adwaita“ wurde um 1750 auf dem Aldabra-Atoll geboren und von Seeleuten als Geschenk für Robert Clive (Gouverneur der britischen Besitzungen in Bengalen) nach Indien gebracht. Ab 1875 lebte Adwaita im damals neu eröffneten Zoologischen Garten Alipur in der Stadt Kalkutta. Er starb ebenfalls 2006 dort und wäre somit etwa 256 Jahre alt gewesen. Als die ältesten lebenden Exemplare gelten Jonathan auf St. Helena (* ca. 1834) und die möglicherweise über 200 Jahre alte Esmeralda auf der Seychellen Insel Bird Island. Sie dürfte mit ca. 300kg auch eines der schwersten lebenden Exemplare sein.

Aldabra-Riesenschildkröte

Der westliche Indische Ozean mit seinen Inseln vor der Ostafrikanischen Küste war das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Riesenschildkröten. Auf Madagaskar und den Komoren starben sie etwa 1000 n. Chr. aus, auf den Maskarenen (La Reunion, Mauritius und Rodrigues) überlebten sie bis 1795. Die heutigen Populationen verteilen sich auf das Aldabra- und das Farquhar-Atoll, sowie die nahe Mahé gelegene Insel Moyenne. Die Insel gehört zum kleinsten Nationalpark der Welt (Sainte Anne Marine National Park) beherbergt aber mit etwa 100 Tieren den größten Bestand.

Die Aldabra Riesenschildkröten unterscheiden sich von ihren auf Galapagos lebenden Verwanden durch folgende Merkmale: Der Kopf ist nur unwesentlich breiter als der Hals, sie haben große Kopfschuppen, ein Nackenschild, vertikal geschlitzte Nasenlöcher und sie können durch die Nase trinken, was beim Trinken aus flachen Tümpeln hilfreich ist.

Auf den Seychelleninseln ernähren sie sich von Gräsern, Blättern und dem sogenannten „Tortoise Turf“ einem Pflanzengemisch das auf den Inseln heimisch ist. Sie wandern bei Bedarf lange Strecken. Ihre Lernfähigkeit, ihr gutes Seh- und Erinnerungsvermögen – was durch Untersuchungen belegt wurde – hilft ihnen Wassertümpel, Schlammlöcher und neue Nahrungsquellen zu finden.

Die Fortpflanzungszeit fällt in die Regenzeit (Oktober bis April). Die Eiablage erfolgt dann in 1-2 Gelegen mit 5-25 Eiern (Juni bis September). Zum Ausbrüten wird eine Bodentemperatur von etwa 25° C benötigt. Das Geschlechtsverhältnis bei den Jungtieren ist etwa 1:1.

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Binturong

Bintu… was? Noch nie gehört, noch nie gesehen? So ging es mir vor einiger Zeit auch, als ich nicht nur vor einem Gehege stand, sondern auch auf dem sprichwörtlichen Schlauch. Aber die Wissenslücke lässt sich leicht schließen:

Binturongs gehören zur Familie der Schleichkatzen und ja die hatten wir schon mal – die Fossas. Am äußeren Erscheinungsbild erkennt man schon wie vielfältig in Gestalt und Aussehen diese Tiergruppe ist. Über eine Eigenschaft verfügen jedoch alle baumbewohnenden Schleichkatzen gleichermaßen, sie sind phantastische Kletterer.

Prof. Grzimek schreibt in seinem Tierlexikon:

Der Binturong ist ein sehr spiellustiges Tier und behält diese Neigung zum Spiel zumindest in Menschenobhut auch als Erwachsener bei. Mit einer Behändigkeit, die seiner schweren, an Kleinbären erinnernden Gestalt und seiner sonstigen Langsamkeit kaum zuzutrauen ist, führt er „Rennspiele“ aus, macht mit allen vieren zugleich die tollsten Sprünge, überschlägt sich dabei manchmal und landet auf dem Rücken.

Grzimeks Tierleben – Säugetiere 3

Allerdings muss der Beobachter ein erhebliches Maß an Geduld mitbringen, da die Tiere sich üblicherweise, wie erwähnt, sehr langsam und bedächtig bewegen und lange Ruhephasen haben.

Ansonsten sind es typische Baumbewohner. Ausgestattet mit einem Klammer- bzw. Greifschwanz, schmalen, scharfen Krallen und nackten Sohlen mit starken Schwielen bewegen sie sich sicher sowohl auf ansteigenden oder waagrechten Ästen als auch kopfüber nach unten.

Ihr deutscher Name Marderbär oder der englische Name Bearcat deuten darauf hin, dass die Tiere ursprünglich zur Familie der Kleinbären gezählt wurden, was sich als falsch erwies. Die Bedeutung des Namens Binturong ist unbekannt. Er stammt vielleicht aus dem indonesischen (benturun(g) – glücklich?) dem Malaiischen (bentur – abstürzen?) oder aus einer sonstigen – evtl. nicht mehr gebräuchlichen – Sprache im südostasiatischen Verbreitungsgebiet der Tiere*

Heimat der Binturongs sind die tropischen Regenwälder von Indien (Nordosten), Westbengalen (nördlicher Teil), Sikkim und Tripura, Nepal, Bangladesch, Myanmar, China (Yunnan, Guangxi), Laos, Thailand, Malaysia, Vietnam, Indonesien (Kalimantan, Sumatra, Java), Philippinen (Insel Palawan). In den meistens dieser Verbreitungsgebiete dürfte er allerdings ausgestorben oder sehr selten sein. Sie ernähren sich von Früchten, Sprossen, kleinen Nagern, Insekten, Vögeln oder Vogeleiern. Zur Nahrungssuche verlassen sie durchaus die Baumwipfel und bewegen sich am Boden als Sohlengänger eher bedächtig und nicht besonders schnell. Lieblingsspeise sind Feigen, deren Samen sie mit ihrem Kot verteilen und so zum Bestand dieser Bäume beitragen.

Über ihre Hauptaktivitätszeit in der Wildbahn gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich sind sie dämmerungs- oder sporadisch aktiv. Im Zoo wird ihr Verhalten jedoch von den Fütterungszeiten beeinflusst. Aber auch sehr hohe Außentemperaturen, Regen oder eine zu große Anzahl an Besuchern und der damit verbundene Lärmpegel spielen eine Rolle bei den Aktivitätsphasen. Bei meinen bisherigen Besuchen in den Zoos von Frankfurt, Heidelberg und dem Vivarium Darmstadt hat sich der Zeitraum zwischen 09:00 und 10:00 Uhr als beste Beobachtungszeit bewährt.

Binturongs sind Einzelgänger, leben aber nach der Geburt des Nachwuchses durchaus eine Zeitlang zusammen. Die Weibchen sind dominant und auch deutlich größer als die Männchen. Geburten kann es ein bis zweimal im Jahr geben, die Tragzeit ist 92 Tage. Eigentlich sind das gute Nachrichten für Zoos und deren Nachzucht. Allerdings ist zu befürchten, dass der Genpool der in Zoos gehaltenen Tiere zu klein ist.

1821 wurden diese Tiere durch den britischen Forscher und Gründer Singapurs Thomas Stamford Raffles das erste Mal offiziell beschrieben. Vieles aus dem Leben der Binturongs in der Wildnis ist bis heute ungeklärt. Allerdings haben wir es geschafft durch Bejagung, Vernichtung des Regenwaldes, Umwandlung des Lebensraums in (Palmöl-)Plantagen die Art an den Rand des Aussterbens zu bekommen. Allein in den letzten 30 Jahren soll der Bestand um 30% zurückgegangen sein.

Binturongs sind keine spektakulären Tiere und vielen von uns unbekannt. aber sie sind wichtige Teile ihres Ökosystems (z.B. Feigensamen) und somit haben sie unsere Aufmerksamkeit und Schutz verdient.

Afrikanischer Wildhund

Das erste Mal in „Berührung“ mit Afrikanischen Wildhunden kam ich bei einer Beobachtungsfahrt auf dem Gebiet der Umkumbe Safari Lodge. Ranger Markus bekam während unseres Morgendrives die Nachricht, dass ein Rudel Wildhunde in der Nähe der Lodge gesichtet worden war. Wir befanden uns natürlich am anderen Ende des Reservates, das mehr oder weniger an den Krüger National Park grenzt. Seine Begeisterung über die Sichtung haben wir zunächst nicht verstanden, genauso wenig, warum er in halsbrecherischer Fahrt durchs Reservat raste, um uns ein paar Wildhunde zu zeigen. Doch seine Erklärungen haben uns dann die Augen geöffnet.

Ursprünglich kamen die Tiere in praktisch allen Staaten Afrikas südlich der Sahara vor. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Halbwüsten, Kurzgrassteppen, Buschland und Savannen. Hier finden sie optimale Voraussetzungen für ihre Art zu jagen und entsprechendes Wild, wie Gazellen, Antilopen oder Warzenschweine. Die Bestände wurden in den letzten Jahren stark dezimiert und so findet man sie nur noch in Kenia, Tansania, Sambia, Simbabwe, Botswana und Südafrika. Leider hält die Habitatfragmentierung* weiter an. Im Krügerpark leben nach Schätzungen etwa noch 350 Tiere und ca. 20 davon hatten wir nun vor Augen.

Afrikanische Wildhunde gehören zur Familie der Hunde und bilden innerhalb dieser Familie eine eigene Gattung (Lycaon). Sie sind nicht direkt mit den Wölfen oder Haushunden verwandt, die der Gattung (Canis) angehören. Sie lassen sich auch nicht mit Hunden oder Wölfen kreuzen, da sie genetisch nicht kompatibel sind. Ganz falsch ist die Bezeichnung Hyänenhund, denn Hyänen gehören zu den Katzenartigen und haben mit Schleichkatzen (z.B. Mungos, Mangusten) gemeinsame Vorfahren. Wildhunde haben große runde Ohren, einen sehr schlanken Körperbau und sie bellen nicht. Das Fell ist glatt, ohne Unterwolle und eher spärlich, sodass manchmal die schwarze Grundfarbe der Haut durchscheint. Es weist rötliche, braune, gelbe und weiße Flecken auf. Jedes Tier hat eine individuelle Zeichnung, einzig die Schwanzspitze ist bei allen Tieren weiß.

Außer der besonderen Färbung gibt es weitere spannende Eigenschaften im Verhalten dieser Tiere. Es sind Rudeltiere mit einer festen sozialen Struktur. Die Rudel umfassen zwischen 4 und 30 erwachsene Individuen plus Jungtiere. Die Größe der Rudel hängt jedoch vom Futterangebot und der Reviergröße ab. Wenn man bedenkt, dass ein Wildhund etwas 2 kg Fleisch pro Tag benötigt, muss es auch entsprechend viele Beutetiere geben.

Die Koordination innerhalb des Rudels, etwa bei der gemeinschaftlichen Jagd oder der Aufzucht der Jungtiere, bedeutet ständige Interaktionen und wird durch außerordentliche Kommunikationsleistungen ermöglicht. Das Sozialverhalten ist so komplex, dass man sie zu den höchst entwickelten Tierarten zählen muss. Die Töne umfassen ein erstaunliches Spektrum: vogelähnlichen Zwitschern, miauen wie Katzen, heulen, winseln und grummeln wie Haushunde oder zirpen auf Frequenzen, die das menschliche Ohr nicht mehr wahrnehmen kann.

Die Jagd: Wildhunde sind Tag aktiv. Eben noch schlafend oder ruhend, genügt der Laut eines Rudelmitglieds das Witterung aufgenommen hat um alle in Bewegung zu versetzen. Die Beute wird gehetzt, wobei sich das Rudel aufteilt und strategisch vorgeht. Eine Verfolgung über fünf Kilometer mit Höchstgeschwindigkeit stellt kein Problem dar. Die Beute wird gestellt und von den Rudelmitgliedern zerrissen. Eine Tötungsart, die uns grausam erscheint, aber im Gegensatz zu Großkatzen, die ihre Beute erwürgen (Biss in die Kehle), dauert der Todeskampf meist nur 5 Sekunden. Der Jagderfolg liegt bei bis zu 80% während Löwen nur bei 15-30% aller Jagden erfolgreich sind (Geparden 50-70%). Die wichtigsten Beutetiere sind zwar, wie bereits erwähnt z.B. Gazellen, aber in Zimbabwe haben sich Rudel auf die Pavian-Jagd spezialisiert, ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. ** Im Okavango Tal in Botswana wurde beobachtet, dass Rudelmitglieder durch ein Niesen die restlichen Rudelmitglieder zur Jagd auffordern und, dass es bei den Alphatieren meist nur ein Niesen braucht, um die restlichen Tiere auf die Beine zu bringen. ***

Fortpflanzung: Für Nachwuchs sorgt normalerweise nur das Alpha-Paar. Sollte es vorkommen, dass eine andere Hündin (in der Rangfolge nach dem Alpha-Weibchen) trächtig wird, werden deren Junge durch das Alpha-Weibchen entweder getötet oder adoptiert. 4 bis 17 Welpen werden geboren und von den Rudelmitgliedern versorgt. Die Größe des Wurfes hängt auch hier vom Beuteangebot und den Gegebenheiten im Revier ab.

Rudel: Es herrscht ein Matriarchat. Stirbt das Alphaweibchen teilt sich das Rudel oft auf. Eine Rangfolge ist im Rudel zwar festgelegt, sie ist aber oft nicht leicht zu erkennen, da es zwischen den Tieren wenig Aggression oder Rangkämpfe gibt. Normalerweise verlassen junge Weibchen im geschlechtsreifen Alter das Rudel, während der männliche Nachwuchs bleibt. Das Verhältnis zwischen männlichen zu weiblichen Tieren beträgt etwa 3:1. Die Weibchen suchen sich ein neues Rudel und vertreiben meistens die weiblichen Rudelmitglieder, sodass auf diese Art und Weise Inzucht innerhalb eines Rudels vermieden wird. Kranke, Alte und Jungtiere die nicht an der Jagd teilnehmen können, erhalten ihren Anteil an der Beute von den Jägern, die ein Teil des Fraßes dafür wieder auswürgen. Auf diese Weise werden auch die Wächter, die nicht an der Jagd beteiligt sind, sondern die Jungtiere schützen sollen, versorgt.

Afrikanische Wildhunde lassen sich nicht domestizieren. Dafür fehlt ihnen eine Eigenschaft über die Hunde verfügen – sie lassen sich von Menschen niemals anfassen und sie sind allen Lebewesen gegenüber, außerhalb des Rudels äußerst misstrauisch. Eigenschaften die diese Tiere sehr sympathisch machen.

* der Fachbegriff, der beschreibt, dass die einst großen und weitläufigen Territorien der Hunde entweder ganz dem Menschen zugefallen sind oder in viele kleine Territorien zerstückelt wurden. Afrikanische Wildhunde reagieren sehr empfindlich auf diese Störungen ihres natürlichen Lebensraums. Ansteckende Krankheiten und Unfälle auf Straßen tun ihr Übriges.

**Siehe hierzu den Bericht von Nicholas Dryer: „Neue Beute für Afrikanische Wildhunde im Überlebenskampf“ veröffentlicht National Geographic 23.Nov 18

*** Siehe hierzu den Bericht von Traci Walker: „Diese Hunde stimmen per Niesen ab“ veröffentlicht von National Geographic 09. Nov 17

Für uns Besserwisser:

Der lateinische (wissenschaftliche) Name Lycaon pictus bedeutet etwa „Bunter Wolf“ im Englischen werden sie Painted Dog genannt.

Hunde haben 5 Zehen, die Afrikanischen Wildhunde nur deren 4.

Tierpark Hagenbeck

Geschichte und wichtige Personen

Wahrscheinlich war der Fischhändler und Stammvater der Hagenbecks Gottfried Claes Carl Hagenbeck kein Visionär, sondern eher ausgefuchster Geschäftsmann als er 1848 begann in Hamburg Tiere auszustellen und mit ihnen zu handeln. Auf alle Fälle war die Zurschaustellung der ersten Seehunde auf dem Spielbudenplatz ein solcher Zufallserfolg, dass er die Zukunft der Familie nachhaltig prägen sollte. Mit nur 21 Jahren übernimmt Carl Hagenbeck 1866 das Geschäft und baut daraus das damals größte Tierhandelsunternehmen der Welt. Und Carl hat außer seinem Geschäftssinn auch Visionen. Ein erster „Thierpark“ in Hamburg entsteht 1874 und 1907 wird in Stellingen der Tierpark Hagenbeck eröffnet. In den Jahren nach 1874 entwickelt Carl Hagenbeck die sogenannten Völkerschauen*, gründet einen Zirkus, präsentiert eine „zahme Dressur“ mit Löwen (Dressur durch Belohnung statt Strafe) und meldet ein Patent für gitterlose Tierpark-Freianlagen an.

Mit all seinen Ideen traf Carl Hagenbeck beim Publikum ins Schwarze. Er schuf ein Familienimperium, das über die Grenzen von Hamburg und Deutschland bekannt wurde. Seine revolutionären Ideen in der Tierhaltung wurden weltweit von Zoos übernommen.

  • Schwerpunkte – Tiere

Der Tierpark präsentiert 1850 Tiere (in 210 Arten) und 14.300 Tiere (in 300 Arten) im Tropenaquarium. Die herausragenden Anlagen sind die Elefantenanlage, das Tropenaquarium und das Eismeer (am Ort des bereits 1907 von Carl Hagenbeck eingeweihten Nordland-Panoramas). Nachdem Antje das Walross im Jahr 2003 verstarb, kamen mit der Eröffnung des Eismeeres wieder Walrosse nach Hamburg. Es sind die einzigen die in Deutschland gezeigt werden. Beeindruckend finde ich auch das Orang-Utan Haus, dessen Glaskuppel sich öffnen lässt und freie Blicke auf die Tiere bietet. Eselspinguine, Aldabra-Riesenschildkröten, Saruskraniche, Onager, Kamtschatka Bären oder Himalaja-Thare, die Liste der interessanten Tiere ist lang und wird durch das Tropenaquarium noch verlängert.

  • Artenschutz und Zucht

Besonders erfolgreich war man in der Vergangenheit mit der Nachzucht der Asiatischen Elefanten und Walrosse. Außerdem gab es Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbart-Tamarinen, Mandrills, Sumatra Orang-Utans, Südamerikanischen Seebären und -Riesenottern, Nordchinesischen Leoparden, Sibirischen Tigern und den Eisbären. Ein besonderer Erfolg war Hagenbeck bei der ersten Nachzucht der Folohy- oder Bambus-Buntfröschchen (in Madagaskar beheimatet) 2021 beschieden. Diese werden im deutschsprachigen Raum nur in Hamburg und Zürich gezeigt.

Die Artenschutzprojekte des Zoos:

  • Der Tierpark und das Tropenaquarium beteiligen sich an einer Vielzahl Europäischer Erhaltungszuchtprogramme. (EEP)
  • Die Zuchtbücher für Onager und die Nordchinesischen Leoparden werden von Hagenbeck koordiniert.
  • Um dem großen Mangel an natürlichen Nistplätzen entgegen zu wirken wurden auf dem Gelände 350 Nistkästen für Vögel installiert. Diese wurden durch Fledermausnistkästen ergänzt.
  • Im Park wurden Feuchtbiotobe für Amphibien angelegt.
  • Es wurde ein Wildbienenprojekt ins Leben gerufen.
  • Bildung

Die Ll-Zooschule bietet ein Bildungsprogramm für Kinder, Schulklassen und Erwachsene.

  • Mein Fazit

Der Tierpark beeindruckte mich nicht nur durch seine Größe und den Bestand an Tieren in vielen unterschiedlichen Arten, es ist auch die moderne Präsentation (das Panoramakonzept) und die besondere Atmosphäre. Die Gehege bzw. Freianlagen sind weitestgehend den Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst, bieten dem Besucher aber auch viele gute Perspektiven z.B. durch riesige Glasscheiben oder Einsicht in Gehege von mehreren Standpunkten. Eingebettet ist dies alles in eine Gartenanlage mit altem Baumbestand, kleinen exotischen Bauten und Weihern, die jedem botanischen Garten zur Ehre gereichen würde.

Wo viel Licht ist, gibts auch Schatten. Das trifft leider auch auf Hagenbeck zu. Seit Jahren tobt ein unappetitlicher Streit im Familienclan der Hagenbecks, mit häufigen Wechseln in der Führung, die der Weiterentwicklung des Tierparks häufig entgegenstand. Der nun eingesetzte Geschäftsführer – der nicht aus der Familie stammt – versucht mit Brachialgewalt und veraltetem Führungsstil den Tierpark nach Corona und Investitionsstopp wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Möge die Übung gelingen. Der Imageverlust dürfte jedoch immens sein.**

*Völkerschauen – Hierzu empfehle ich einen Beitrag des NDR der in Youtube abrufbar ist: Menschen ausgestellt im Zoo – Das dunkle Kapitel Völkerschauen | Panorama 3 | NDR. Auch bei diesem Thema würde es dem Image der Hagenbecks guttun sich zu äußern.

** Artikel zum Thema findet Ihr in der Onlineausgabe vom Hamburger Abendblatt

Nachtrag vom 18.07.

Ich möchte vorausschicken, dass die folgenden Zeilen, die meine Meinung widerspiegeln, nicht alleine an das Unternehmen Hagenbeck gerichtet sind. Sie sind allgemeingültig, die Probleme branchenübergreifend.

In meiner langjährigen Tätigkeit als Reiseverkehrskaufmann galt immer der alte Spruch „nichts ist so beständig wie der Wandel“. Liebgewordene Routinen, Arbeitsabläufe, die man in- und auswendig kannte und beherrschte, waren von heute auf morgen nicht mehr gültig, ja sogar Privilegien wurden eingeschränkt oder abgeschafft. Das Schlimme daran war meistens nicht die Neuerung an sich oder der Verzicht, sondern die mangelnde Kommunikation der Entscheider und Vorgesetzten und somit das fehlende Verständnis für Entscheidungen bei den Betroffenen.

Aus meiner Sicht sind heute Zeitmanagement, Kontrolle von Prozessen, Beurteilung von Kolleginnen und Kollegen unumgänglich. Und natürlich müssen Daten erfasst werden um Vergleiche anstellen zu können.

Etwas darf aber auf keinen Fall geschehen, dass man sich nämlich fragt: „Ist das noch der Beruf der für mich einmal Berufung war?“ Beispiele gefällig? Fremde Länder und Kulturen kennenzulernen war schon immer mein Wunsch und diesen hat mir die Reisebranche erfüllt – bis in den letzten Jahren plötzlich über zu hohe Kosten, Einschränkungen bei Privilegien und bei der Weiterbildung gesprochen wurde. Und ja, da habe ich mir diese Frage stellen müssen und sie mit nein beantwortet.

Wenn ich mir Gespräche und Interviews mit Tierpflegerinnen und Tierpflegern anhöre, dann wird eines klar: die Motivation diesen Beruf zu ergreifen ist der direkte Kontakt und ein enges Verhältnis zu den betreuten Tieren. Es wäre ein großer Fehler, wenn das Zoomanagement diesen Aspekt – aus welchen Gründen auch immer – einschränkt oder gar ausblendet. Solange Beruf und Berufung eins sind, lässt sich auch die eine oder andere bittere Pille schlucken.

Onager + Kulan (Asiatischer Halbesel)

Ich muss zugeben, dass ich bei meinen ersten Zoobesuchen beiden Tierarten wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ein Fehler, den auch Zoos begehen! * Es sind nicht nur sehr schöne, sondern auch sehr interessante Tiere und, da sie meistens in größeren Gruppen und weitläufigen Gehegen gehalten werden, lassen sie sich gut beobachten.

*Viele zoologische Einrichtungen geben die Onagerhaltung auf und zeigen „publikumswirksamere“ Tiere, so dass dringend neue Halter (z.B. Wildparks, Anmerkung HelmutK) gesucht werden.

In einem Beitrag aus der Fachzeitschrift WildTierZeit von Dr. Stephan Hering-Hagenbeck (Biologe und ehemaliger Zoodirektor in Hamburg) und Frau Dr. Adriane Prahl (Zootierärztin im Tierpark Hagenbeck)

Man unterscheidet in der Systematik 2 Arten asiatischer Wildesel. Einmal den Kiang (zu sehen in den Zoos von Berlin und München), der in den tibetanischen Hochebenen lebt, und die eigentlichen asiatischen Halbesel die in 4 Unterarten eingeteilt werden, wozu auch Onager und Kulan gehören.

  1. Mongolischer Kulan oder Dschiggetai in der Mongolei und Nordchina
  2. der Khur aus Indien
  3. der Turkmenische Kulan kommt außer in Turkmenistan auch in Kasachstan vor und
  4. der Onager der im Iran vorkommt

Die beiden letztgenannten werden in einigen deutschen Zoos und Wildparks gehalten. 2 Unterarten, der Anatolische- und Syrische Halbesel, sind durch Menschenhand bereits ausgerottet.

Esel – Wildesel – Halbesel was denn nun? Gemeinsam ist allen dreien, dass sie zur Familie der Pferde (lat. Equus) gehören. Während mit Esel jedoch die domestizierte Form der afrikanischen Wildesel gemeint ist, lautet die korrekte Bezeichnung für die oben genannten Arten Wildesel oder Asiatischer Halbesel. Halbesel deshalb, weil einige Merkmale auf eine enge Verwandtschaft mit den Pferden hindeuten. Beispielsweise der schlanke Körperbau, einen kleinen Kopf, breite Hufen oder kurze Ohren. Diese nahe Verwandtschaft zu den Pferden befähigt die Tiere zu außergewöhnlicher Schnelligkeit. Im flachen Gelände erreichen Halbesel eine Geschwindigkeit von 70 km und können diese gut 45 Minuten durchhalten.

Ein weiteres, typisches Merkmal ist ihr Verhältnis zum Menschen. Während sich die afrikanischen Vertreter problemlos domestizieren ließen, ist dies bei Onager und Kulanen nicht gelungen. Trotz der Nähe zu Pflegern oder Besuchern im Zoo bleiben die Tiere scheu und behalten ihren Fluchtinstinkt, können kaum berührt, geschweige denn am Halfter geführt oder gar geritten werden.

Diese Wesensart vergleicht der Propheten Hosea, der wütend über die Bündnispolitik der nordisraelischen Könige mit den Assyrern war, denen sie aus eigenem Antrieb Tribut angeboten hatten und somit ihre Freiheit aufgaben, wie folgt: Hos.8,7 „Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten.“ (Ihr erinnert euch?) und weiter Hos. 8,9 „Denn sie sind nach Assur gelaufen – der Wildesel bleibt für sich –, und Ephraim buhlte mit Geschenken.“ Und ein weiteres biblisches Zitat findet sich in Hiob 39,5-8: „5 Wer hat dem Wildesel die Freiheit gegeben, wer hat ihm die Bande gelöst, 6 dem ich die Steppe zum Hause gegeben habe und die Salzwüste zur Wohnung? 7 Er verlacht das Lärmen der Stadt, die Schreie des Treibers hört er nicht. 8 Er durchstreift die Berge, wo seine Weide ist, und sucht, wo es grün ist.

Braucht es noch weitere Beweise, wie interessant und außergewöhnlich diese Tiere sind?

Werfen wir noch einen kurzen Blick in die Vergangenheit und die Haltung von Halbeseln in Zoos. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Informationen, wonach die Ausrottung des Persischen Onagers kurz bevorstehen sollte. Daraufhin rüstete Carl Hagenbeck eine Expedition unter Leitung von Arnulf Johannes aus, die im Norden des Iran Onager suchen, fangen und nach Deutschland bringen sollte. Die 11 erwachsene Tiere und 9 Fohlen bildeten den Grundstock für fast alle in menschlicher Obhut gehaltenen Onager bis heute. ** Bis zum Jahr 1973 wurden jedoch noch 35 weitere Wildfänge nach Europa eingeführt.

Zoogestützte Artenschutzprojekte haben in der Zwischenzweit dazu geführt, dass sich der Bestand an Onagern und Kulanen in den Herkunftsländern stabilisiert hat.

Für mich sind Onager oder Kulane nicht nur publikumswirksame Zootiere. Es sind Tiere die ihre Unabhängigkeit bewahren, sich nicht unterordnen und eine enge Verbindung untereinander pflegen und diese auch verteidigen. Das finde ich sehr sympathisch.

**Ich empfehle den Artikel des Hamburger Abendblattes „Für den Artenschutz – Hagenbecks Jagd nach Onagern“ über die Reise von Dr. Stephan Hering-Hagenbeck 2011 in den Iran. Die Überschrift klingt etwas reißerisch, es ist natürlich keine Jagd wie 1954 gemeint, sondern eine Bestandsaufnahme der damals schwindenden Restbestände.

Für uns Besserwisser: Das Wort Onager stammt aus dem Griechischen. Es setzt sich zusammen aus ónos „Esel“ und ágrios „wild“ und
Ein Maultier ist – eine Kreuzung aus Eselshengst und Pferdestute und ein Maulesel ist – die Kreuzung aus Pferdehengst und Eselsstute

Onager (Persischer Halbesel)

Vorkommen:Mittlerer Osten
Lebensraum:Halbwüste
Kopf-Rumpf-Länge:200 – 250 cm
Schwanzlänge:30 – 49 cm
Gewicht:200 – 260 kg
Gefährdungsstatus:EN (stark gefährdet)

Kulan (Turkmenischer Halbesel)

Vorkommen:Zentralasien (Mongolei, Turkmenistan, Russland, Usbekistan)
Lebensraum:Halbwüste, Steppen
Kopf-Rumpf-Länge:240 cm
Schwanzlänge:50 cm
Gewicht:240 – 380 kg
Nahrung:Gras, Kräuter, junge Triebe
Gefährdungsstatus:EN (stark gefährdet)

Schneeleopard

Bhutan, Tibet, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Usbekistan, Kasachstan, Mongolei, das Altai- und Pamir Gebirge. Es sind Länder und Landschaften, die die wenigsten von uns je live erleben werden, die in unserer Vorstellung jedoch für Wildnis pur, Einsamkeit und unzerstörte Landschaft stehen. Die Schneeleoparden haben sich als Lebensraum die unwirklichen Hochgebirgsregionen in Zentralasien ausgesucht. Den Sommer verbringen sie in Höhen zwischen 3000 m und 5500 m, während sie im Winter ihren Beutetieren in tiefer gelegenen Gebiete folgen.

Trotz Abgeschiedenheit und rauem Klima: Wer einen solch wunderschönen und kostbaren Pelz trägt, ist natürlich hochgradig gefährdet. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellte die Tiere 1976 endlich unter Schutz, was den Handel mit Pelzen zwar einschränkte, aber nicht komplett unterband. Die Felle haben an Bedeutung verloren, aber die Knochen der Tiere erzielen hohe Preise und sind in der chinesischen „Medizin“ als Ersatz für Tigerknochen hochgeschätzt. Die Zahl freilebender Tiere wird von der IUCN mit 2700 bis 3400 (WWF 4200-6400) angegeben. Heute sind es nicht nur Wilderer die den Bestand gefährden. Die fortschreitende Zerstörung und Bewirtschaftung ihres Lebensraums, die starke Bejagung der Beutetiere durch Menschen sowie die Besiedlung auch abgelegener Gegenden lassen ihre Zukunft düster erscheinen.

Das seit 1985 bestehende Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird vom schwedischen Zoo „Nordens Ark“ koordiniert. Ende 2018 umfasste es 193 Tiere in 86 Einrichtungen. Die ersten Schneeleoparden kamen bereits 1851 in europäische Zoos. Die ersten Fotos eines freilebenden Schneeleoparden gelangen dem Biologen George B. Schaller in Nepal im Jahr 1973.

In der Taxonomie (Systematik der Tiere) werden Schneeleoparden der Ordnung Großkatzen (Panthera) zugeordnet. Hierzu gehören auch Löwen, Tiger, Leoparden und Jaguare. Molekulargenetische Untersuchungen haben die Zugehörigkeit auch bestätigt, allerdings gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Auffassungen darüber, da einige Wissenschaftler der Meinung waren, die Tiere müssten den Kleinkatzen zugeordnet werden. Einiges im Verhalten spricht auch durchaus für diese These. Schneeleoparden brüllen nicht (wegen eines veränderten Kehlkopfes) und sie fressen nicht im Liegen wie Großkatzen, sondern nehmen eine kauernde Stellung ein. Im Übrigen werden Leoparden und Schneeleoparden als zwei verschiedene Arten mit jeweils 2 Unterarten (Schneeleopard) und 8 Unterarten (Leopard) gesehen.

Erstaunlicherweise gab es in meinem Lieblingsnachschlagwerk Grzimeks Tierleben keine ausführliche Beschreibung der Tiere, wie ich das von anderen Großkatzen gewohnt war. Dabei wurden sie bereits 1774 vom thüringischen Naturforscher von Schreber* beschrieben. Wie dem auch sei, für viele blieben sie wohl ein fast mystisches Wesen. Ihr langgezogenes Heulen interpretierte man als den des sagenumwobenen Yeti und in einigen Ländern bekamen sie den Beinamen „Geister der Berge“. Ihr dichtes geflecktes Fell tarnt sie perfekt in der Gebirgslandschaft. Das kommt den Anschleichjägern auch bei der Jagd zugute, denn sie müssen sich auf wenige Meter an ihre Beute heranpirschen. Ihr ungemein muskulöser Körperbau versetzt sie in die Lage auch Beutetiere zu erlegen, die gut drei Mal so schwer sind wie sie selbst. Leider führt dies oft zu Konflikten mit den örtlichen Bauern, da Schneeleoparden keinen Unterschied zwischen Wild- und Nutztier machen.

Schneeleoparden sind Einzelgänger wie fast alle Großkatzen. Sie kommen zur Paarung zusammen, die im Januar bis März stattfindet. 2-3 Jungtiere erblicken nach etwa 100 Tagen das Licht der Welt. Sie sind Nesthocker und werden erst mit 18-24 Monaten selbstständig.

Die Beobachtung der Tiere ist nach wie vor eine Herausforderung. Dieser haben sich der renommierte Naturfotograf Vincent Munier und der Schriftsteller Sylvain Tesson gestellt und so ist Mitten im tibetanischen Hochland ein wohl einzigartiger Film „Der Schneeleopard“** entstanden.

Als Besucher eines Zoos muss man sich zum Glück solchen Herausforderungen nicht stellen. Geduld ist aber angesagt. Die Gehege sind meistens in Anlehnung an den natürlichen Lebensraum an einem Hang angelegt und bieten den Tieren gute Versteckmöglichkeiten. Da sie eine ausgezeichnete Tarnung haben und gerne stundenlang ruhen, gleicht das Fotografieren oft einem Suchspiel.

Es bleibt uns die Hoffnung, dass die Schutzprojekte wie der Snow Leopard Trust (unterstützt vom Zoo Basel) oder die von der NABU ins Leben gerufene Anti-Wilderer-Einheit Gruppa Bars in Kirgistan (unterstützt z.B. von Zoo Zürich und der Wilhelma) Wirkung zeigen.

Für uns Besserwisser:

Der Schneeleopard wird auch Irbis genannt.

Für ein Fell wurden in Moskau schon mal bis zu 15000 US-Dollar bezahlt, ein ganzer Mantel -bestehend aus mindestens 5 Fellen- kann bis zu 60000 US-Dollar einbringen

*Johann Christian Daniel von Schreber in Band 3 seines vierbändigen, ab 1774 erschienenen Werks „Die Säugetiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen“

** Original: The Velvet Queen, erschienen in Deutschland am 19. Februar 2022

Bild oben entstand im März 22 im Zoo Köln


Beim einem weiteren Besuch in der Stuttgarter Wilhelma im September 2022 gelangen mir die folgenden Aufnahmen. Ich gehe davon aus, dass es die am 11. April 2021 geborenen Dawa, Karma und Nyima sind.


Familienglück im Zoo Zürich im Oktober 2022

Eisbär I – in Freiheit

Eisbären – Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust. Einerseits denke ich, wenn ich vor einem Gehege stehe, an die unendlichen Weiten der Arktis die eine Bärin mit ihrem Jungen durchstreift oder einen Bären, der auf einer riesigen Eisscholle sitzend auf das Auftauchen seiner Beute wartet; andererseits daran, welchen Hype die kleinen Eisbären Knut oder Flocke ausgelöst und dazu beigetragen haben, dass der Eisbär das Symbol des Klimawandels wurde. So haben uns in Gefangenschaft gehaltene Bären erst bewusst gemacht, wie wir den Lebensraum dieser herrlichen Tiere nach und nach vernichten.

Tierrechteorganisationen (im Folgenden TRO genannt) sehen naturgemäß den Wirbel um Eisbären in Zoos komplett anders und es gibt natürlich auch kritische Stimmen von Wissenschaftlern zu dieser Thematik. Ich werde daher ausnahmsweise weniger über die Tiere selbst schreiben. Viele Fakten sind Euch bestimmt aus zahllosen Dokumentationen (oder den Zoos) bereits bekannt. Im Folgenden möchte ich Pro und Kontra zur Eisbärenhaltung beleuchten. Jeder kann und sollte sich seine eigene Meinung bilden.

Eisbären sind in vielerlei Hinsicht komplizierte Tiere. Durch Evolution und Auslese haben sie sich perfekt an ein Klima, das eigentlich lebensfeindlich ist, angepasst. Sie sind strikte Einzelgänger und kommen nur zur Paarung zusammen (Ausnahmen bilden Mutterfamilien). Bärinnen sind nur etwa eine Woche in den Monaten März bis Juni fruchtbar. Sollte das Nahrungsangebot jedoch knapp sein, verhindert ein natürlicher Schutzvorgang, dass sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter einnistet. Männliche Eisbären töten die Nachkommen ihrer Konkurrenten, wenn sie derer habhaft werden, damit die Bärin erneut paarungsbereit wird. Grundsätzlich sind Eisbären Allesfresser. Um aber ihre Fettreserven zu sichern, besteht ihre Hauptnahrung aus Ringelrobben oder Bart- und Sattelrobben. Deren Bestände sind jedoch stark gefährdet.

Eigentlich könnte sich also jeder Eisbär glücklich schätzen, wenn er in einem Zoo leben könnte oder?

Über in Freiheit lebende Eisbären ist uns Folgendes bekannt:

  1. Sie wandern große Strecken, folgen der Treibeisgrenze und haben meist kein festes Revier. Das Jagdrevier eines Eisbären hat etwa einen Radius von 150 km.
  2. Es leben geschätzt 22.000 – 25.000 Tiere in 19 Populationen in Alaska, Kanada, Russland, Grönland und Norwegen. Siehe Grafik
  3. Die Tiere erreichen ein Höchstalter von 15 – 18 Jahren.
  4. Die Winterruhe dauert 4 Monate.
  5. Es gibt eine hohe Sterblichkeit von 50% bei Jungtieren bis zum 5. Lebensjahr, die den äußeren Umständen geschuldet ist.
  6. Der Klimawandel wird als Bedrohung der Tierart gesehen.

Zu Punkt 1: Grundsätzlich ist diese Aussage korrekt, es gibt aber Populationen die durchaus standorttreu sind. Wie bereits bei den Amur-Tigern beschrieben, ist es unmöglich Tieren mit hohem Bewegungsdrang einen adäquaten Ersatzlebensraum zu schaffen. Das bedeutet, dass an Gehege und Haltung der Tiere sehr hohe Ansprüche gestellt werden müssen. Unvorstellbar ist heute, dass wie im Zoo Hannover 1938 14 Eisbären und ein Braunbär auf einer Anlage gehalten werden oder die Haltung dieser Tiere im Zirkus.

Zu Punkt 2: Die TRO PeTA legt in ihrer Recherche von 2010 eine Statistik vor, aus der sie ableitet, dass sich der Bestand von 5000 Individuen 1950 auf 25.000 im Jahr 2005 erhöht hat. Sie berufen sich außerdem auf eine Einschätzung der IUCN (führt die „Rote Liste“) nachdem 2009 die Bestände stabil oder im Steigen wären und folgert daraus:

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Eisbären II – im Zoo

Wie wirkt sich die Gefangenschaft auf das Tierwohl aus bzw. welche Erkenntnisse gibt es über die Zoohaltung? Eisbären sind sehr anfällig für sogenannte Stereotypen und als Besucher im Zoo fallen diese Verhaltensweisen häufig auf. Prof. Georgia Mason* hat das Verhalten wie folgt definiert: Verhaltensweisen, die sich wiederholen, starr und unveränderlich sind und kein offensichtliches Ziel oder keine Funktion haben. Dazu gehören Hin- und Herwiegen (Weben) bei Pferden und Elefanten, das Auf- und Abspringen bei Bären, im Kreis oder Achter-Schlingen laufen, das Hin- und Herlaufen oder -schwimmen (bei Raubtieren). Damit verbunden sind häufig Kopfdrehungen an bestimmten Stellen.

Auslöser für solches Verhalten sind in den meisten Fällen Fehler bei der Haltung der Tiere, also das Fehlen von Versteckmöglichkeiten, Schlafplätzen oder natürlichem Boden, die Umsetzung in andere Gehege, Transport und falsche Gruppenstruktur. Stereotypen werden auch hervorgerufen, wenn durch feste Fütterungszeiten eine sogenannte Fütterungserwartung ausgelöst wird. Stress wird häufig durch Stereotype abgebaut, verursacht beispielsweise durch eine hohe Anzahl von Besuchern, dominante Tiere innerhalb der Gruppe oder räumliche Enge mit wenigen Ausweichmöglichkeiten.

Durch Untersuchungen des Cortisolwerts (Stresshormon) von Eisbären konnte nachgewiesen werden, dass Eisbärinnen besonders anfällig für Stresssituationen sind. (Dr. Ulrike Stephan**)

Wie sollte also die Lösung dieses Problems aussehen oder wie könnte eine Verbesserung der Situation herbeigeführt werden? Ulrike Richter*** schlägt vor: Zum einen sind lebensraumbereichernde und beschäftigungsfördernde Maßnahmen der Gehegegestaltung wichtig (z.B. Spielzeug, Beschäftigungsmaterial), zum anderen Variationen in der Fütterung, wie Streufütterungen und wechselnde Fütterungszeiten.

Vom britischen Tierschutzforscher Trevor Pool stammt das sogenannte „SCAN“-Prinzip. Er hat die Anforderungen an die Tierhaltung wie folgt präzisiert:

S für Sicherheit (security), das heißt Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke, Berücksichtigung der artspezifischen Fluchtdistanz, vertrautes Sozialgefüge und die Möglichkeit zur Markierung.

C steht für Komplexität (complexity), reich strukturierte Gehegeeinrichtung sowie komplexe zeitliche Abläufe.

A steht für „etwas erreichen können“ oder „Erfolg“ (achievement). Die Tiere sollen ihre Bedürfnisse durch zielgerichtete Verhaltensweisen befriedigen können bzw. man bezeichnet damit verschaffte Erfolgserlebnisse.

N steht für Neuigkeiten und Abwechslung, die regelmäßig den Alltag bereichern und damit die Eintönigkeit kompensieren sollen.

Die Eisbärenhaltung ist komplex, anspruchsvoll und teuer. Man muss sich also nicht wundern, wenn viele Zoos auf die Ausstellung dieser Tiere verzichten. Denjenigen, die sich entschlossen haben weiter – hoffentlich erfolgreich – zu züchten, kann man nur wünschen, dass die erforderlichen Geldmittel akquiriert werden können und, dass alle Verantwortlichen mit hohem Engagement und vielen guten Ideen für das Wohlbefinden ihrer Schützlinge sorgen.

Man mag die Wirkung des Eisbären als Symbol für den Klimaschutz auf uns bezweifeln, ich bin allerdings anderer Meinung. Sicherlich werden sich nicht alle nach einem Zoobesuch aktiv an Klimaschutzprojekten etc. beteiligen. Aber vielleicht ist es für viele ein Anstoß alte Gewohnheiten zu ändern oder ihr Verhalten zu überdenken. Und das reicht schon.


*Prof. Georgia Mason – Professorin im Fachbereich Tierwissenschaften an der Universität von Guelph/Kanada

Bei meinen Recherchen zum Thema Eisbären waren mir die folgenden Dissertationen besonders hilfreich:

**Dr. Ulrike Stephan – Untersuchungen an Eisbären in europäischen zoologischen Gärten: Verhalten und Veränderungen von Stresshormon-Konzentrationen unter Berücksichtigung der Gehegegröße und Gruppenzusammensetzung (2006)

***Ulrike Richter – Komplexität und Reduzierbarkeit von Stereotypien bei ehemals depriviert gehaltenen Braunbären im Bärenpark Worbis (2004)

Für die Historiker und Frankfurter unter uns: Die Großeltern von Viktoria waren Erich (geb. 1955) und Bärin Teddy (geb 1956). Beide kamen aus anderen Zoos nach Frankfurt und starben dort in hohem Alter. Teddy 1991, Erich 1989. Danach hat der Frankfurter Zoo die Eisbärenhaltung eingestellt.

Art – Artenschutz

Bevor ich mich diesem Thema widme, wäre eigentlich zu klären, was man unter „Art“ versteht. Aufmerksame Leserinnen und Leser werden natürlich jetzt antworten: „das wurde doch im Beitrag Systematik der Tiere erklärt“. Die allgemeingültige Erklärung lautet also: Wenn sich Tiere in ihren wesentlichen Merkmalen gleichen und wenn sie als Männchen und Weibchen miteinander wieder gleiche, fruchtbare Nachkommen hervorbringen, so gehören sie zu einer Art.

Carl von Linné ging davon aus, dass die Arten bereits schon immer existierten. Charles Darwin hat uns dann gelehrt, dass sich Tiere durch Evolution und Arten durch Selektion weiterentwickeln. Es gibt heute einige wissenschaftliche Konzepte um Tiere in Arten einzuteilen. Einige sind wie kaum anders zu erwarten bei den Fachleuten umstritten: das merkmalbezogene Artkonzept, das cladistische Artkonzept oder das Biospezies-Konzept. Charles Darwin hat einmal gesagt:

Keine Definition der Art hat bisher alle befriedigt, obwohl jeder Naturwissenschaftler zu wissen glaubt, was er meint, wenn er von einer Art spricht.

Und nicht genug mit den Naturwissenschaftlern auch Philosophen und Tierethiker wie Christine Korsgaard leisten ihren Beitrag zum Thema. Korsgaard fragt in ihrem Buch „Tiere wie wir“: Menschen betrachten das Aussterben jeder Art als tragisches Ereignis – Warum? Einige Arten sind für das Ökosystem wichtiger als andere, also wo ist das Problem, wenn die eine oder andere Art ausstirbt? Wir Menschen betrachten den Wert eines Tieres für uns, jedoch nicht den Wert des Tieres für es selbst. (Beispiel: wir bedauern das Aussterben von Tigern – gegen das Aussterben der Stechmücken hätten wir jedoch nichts einzuwenden).

Für Biologen ist die Artenvielfalt etwas Gutes und unerlässlich für ein funktionierendes Ökosystem. Daraus folgt, dass das Aussterben einer Art von Bedeutung ist, wenn es die Artenvielfalt und damit die Gesundheit und damit auch das Wohl seiner Bewohner gefährdet. Diese Aussage, der biologische Artbegriff (Fortpflanzungsgemeinschaft) als auch der morphologische Artbegriff (gemeinsame Artmerkmale) bilden die Grundlage meiner eigenen Überzeugung. Ich habe sie im ersten Abschnitt allgemeingültige Erklärung der Art genannt.

Doch nun zum Artenschutz. Dieser ist ein Teilbereich des Naturschutzes. In allen meinen Beiträgen über Tiere spreche ich auch die Zerstörung des Lebensraums an. Abholzung von Wäldern für die Landwirtschaft, Erschließung von Flächen für Siedlungen und Infrastruktur aber auch Trockenlegung von Mooren, Überdüngung und Lichtverschmutzung. Und das passiert beileibe nicht nur in Brasilien oder Afrika, sondern auch bei uns in Europa und den anderen Industriestaaten.


Wenn man über Artenschutz liest, tauchen zwei wichtige Begriffe auf, die ich im Folgenden erkläre:
In-situ-Erhaltung von Ökosystemen und Biotopen bedeutet: die Erhaltung oder Wiederansiedlung von Arten in ihrem natürlichen Lebensraum, beispielsweise durch das Ausweisen von Schutzgebieten.
Im Naturschutz sind Ex-situ-Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt solche, die außerhalb des eigentlichen Lebensraums einer Art stattfinden, beispielsweise in Botanischen und Zoologischen Gärten oder in Genbanken. Eine wichtige Rolle bei Durchführung beider Maßnahmen spielt das 1985 gegründete EEP, das Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Das Programm wird vom Verband Europäischer Zoos (EAZA) verantwortet. Ursprünglich sollte das Programm durch den Austausch von Zuchttieren die genetische Diversität der Zootiere sichern, da es immer schwieriger wurde Wildfänge zu bekommen. In den folgenden Jahren verlagerte sich das Hauptaugenmerk jedoch immer mehr hin zum Artenschutz

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Löwe

Tierstimmen lösen bei uns sehr unterschiedliche Reaktionen und Empfindungen aus: das Zwitschern von Singvögeln lässt uns beim Spaziergang innehalten und lauschen; das Gurren der Taube vor dem Schlafzimmerfenster lässt uns an Mord denken; das Kläffen von Hunden die eigentlich keine mehr sind, nervt uns; das Heulen eines Wolfes jagt uns einen Schauer über den Rücken und das Miauen eines Kätzchens löst bei uns einen „Streichelimpuls“ aus.

Das tiefe, langanhaltende Gebrüll eines Löwen gehört wohl zu den beeindruckendsten Stimmen in der Natur (wie auch das Trompeten von Elefanten). In den Savannen Afrikas hat man das Gefühl alles Leben erstarrt und lauscht; im Zoo setzen sich die Besucher eilig in Richtung Löwengehege in Bewegung um die Ursache für das Gebrüll herauszufinden. Das Gebrüll das übrigens meistens morgens und in der Abenddämmerung angestimmt wird und das etwa 5-9 km weit hörbar ist, dient der Reviermarkierung und wohl auch der Kommunikation mit weiter entfernten Rudelmitgliedern. Ein Ranger in der Motswari Lodge (nähe Krügerpark) erklärte uns, der brüllende Löwe würde seinen Bruder rufen.

Der Faszination für diese Tiere kann auch ich mich schwerlich entziehen und so ist es an der Zeit, einige Zeilen über Löwen zu schreiben.

Beschreiben braucht man diese Tierart eigentlich nicht. In vielen Tierdokus sind sie Thema, Spielfilme und Zeichentrickfilme tragen zu ihrem Bekanntheitsgrad bei. Adlige Familien, Städte und Länder haben sich den Löwen als Wappentier erkoren.

Fangen wir also mit der Taxonomie an. Auf der Seite der WWF finde ich zu Löwen folgende Bemerkung: Bis zur abschließenden wissenschaftlichen Klärung schlagen die Raubkatzenexperten der Weltnaturschutzunion IUCN folgende Gliederung der Löwen vor: Die Löwen in Asien, West- und Zentralafrika gehören zur Unterart P. l. leo. Daneben bilden die Löwen in Süd- und Ostafrika die Unterart P. l. melanochaita. Es wird davon ausgegangen, dass diese Einteilung demnächst wissenschaftlich bestätigt wird.“

Die traurige – bestätigte – Wahrheit ist, dass die Unterart der West- und Zentralafrikanischen Löwen stark gefährdet ist (ca. 2850 Tiere) und Berber-Löwen in der Wildnis bereits ausgestorben sind. Der Bestand an Asiatischen Löwen ist auf einen kleinen Bestand im indischen Gir Forest bei Gujarat geschrumpft und somit höchst gefährdet (noch etwa 400 Tiere). In den Zoos kann man sie teilweise noch bewundern und ihre Zucht ist erfolgreich.

Süd- und Ostafrikanische Löwen sind größer als ihre nordafrikanischen und asiatischen Verwandten und die Mähne der Männchen ist deutlich umfangreicher. Bei der asiatischen Unterart kann man daher meist die Ohren sehen. Bei den Afrikanern sind sie durch die Mähne verdeckt. Und für Besserwisser: Löwen sind die einzigen Katzen, deren Schwanz eine Quaste hat. Die Fellfarbe ist üblicherweise einfarbig hell- oder dunkelbeige, allerdings gibt es auch weiße Löwen in Südafrika (Transvaal Löwen) und einigen Zoos. Es handelt sich jedoch nicht um Albinos, sondern um eine erbliche Defektmutation (es fehlen farbstoffbildende Zellen). Die Mähne der männlichen Löwen beeindruckt allerdings nicht nur uns Menschen, sie hat zwei ganz wichtige Funktionen, dazu komme ich gleich.

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