Säbelantilope

Diesen Text müsste ich eigentlich in der Vergangenheitsform schreiben. Aber eins nach dem anderen.

Der Lebensraum dieser schönen Antilope ist das nördliche Afrika und umfasst alle Länder in der Sahara oder an sie angrenzend. Dementsprechend sind sie „Hungerkünstler“ und kommen auch einige Tage ohne Nahrung und wochenlang ohne Wasser aus. Sie fressen Gräser, Kräuter, Blätter, Knospen, Früchte, Wurzelknollen und Zwiebeln. Um ihren Bedarf zu decken wandern die Herden weite Strecken.

Angepasst an diese Lebensweise sind die Jungtiere nach ihrer Geburt „Ablieger“. Sie warten also geschützt – soweit möglich – auf die Rückkehr des Muttertieres während deren Nahrungssuche. Nach zwei Wochen bilden die Kälber einen „Kindergarten“ und schließen sich der Herde an.

Säbelantilopen gehören zum Tribus – Pferdeantilopen und der Gattung – Oryx und sind somit nahe Verwandte der Oryx-Antilopen, die man von der Arabischen Halbinsel und dem südlichen Afrika kennt.

Und nun der traurige Teil der Geschichte. Der Direktor der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft Philipp J. Cretzschmar hat die Art zum ersten Mal 1826 wissenschaftlich beschrieben. Im Jahr 2000 mussten die Säbel-Antilopen als ausgerottet eingestuft werden. 1970 lebten in freier Wildbahn noch einige Tausend Tiere. Doch Bürgerkriege, Wilderei und natürlich auch die Dürreperioden in der Sahelzonen ließen den Antilopen keine Chance. Hinzu kam, dass die Menschen offensichtlich ihren Spaß daran hatten, die Jagd vom Auto oder Flugzeug aus zu betreiben. Da die Tiere in ihrem Lebensraum praktisch keine Rückzugsmöglichkeit hatten und Flucht sinnlos war, wurden die Bestände schnell vernichtet.

Von den letzten Überlebenden kamen Anfang der 60er Jahre aus dem Tschad Tiere in europäische Zoos und sicherten so zunächst einmal das Überleben der Art. Erfolgreiche Auswilderungen folgten dann in Tunesien und Marokko, wo heute in geschützten Reservaten etwa 500 Tiere leben. Nach einer Zählung aus dem Jahr 2013 leben in Zoos weltweit etwa 1750 Exemplare und noch ca. 4000 (geschätzt) auf Jagdfarmen und in Privatbesitz in arabischen Ländern.

Ja und wenn der geneigte Leser noch etwas Geld übrig hat: texanische Jagdfarmen bieten Trophäen-Abschüsse für 3000 bis 6500 USD an, rein weiße Exemplare kosten etwa das Doppelte. (Info aus Zootierliste.de)

Ich beende meinen Beitrag nun (bevor mir noch schlecht wird) und füge wie immer einige Fotos an. Diese sind im Vivarium Darmstadt und der Wilhelma Stuttgart entstanden. Die Bilder der Oryx-Antilopen wurden in einem Hotel Resort in Dubai (2001) und in der Kalahari /Südafrika (2019) aufgenommen.

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