Amur (Sibirischer) Tiger

Über die südlichen Verwandten des Amur Tigers habe ich bereits geschrieben. In vielen Merkmalen gleichen sich alle Unterarten natürlich, deshalb gehe ich nur auf die sichtbaren Unterschiede ein.

Der Amur Tiger ist die größte lebende Katze. Die Kater werden bis zu 2,90 m lang und können ein Gewicht von 325 kg erreichen. (Sumatra Tiger etwa die Hälfte). Der Backenbart ist bei dieser Unterart nicht so ausgeprägt wie bei den Inseltigern. Die Färbung ist meist etwas heller, oben rötlichgelb bis rostbraun, unterseits und an den Flanken weiß, die schwarzgrauen Querstreifen ziehen sich über den ganzen Körper. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse haben diese Tiger ein dichtes und längeres Fell als die südlichen Vertreter.

Weiße Tiger sind übrigens eine Züchtung, die auf einen weißen Bengal Tiger aus Rewa in Vorderindien zurückgeht. Dieser wurde 1951 gefangen und mit einer normalgefärbten Tigerin gepaart. Aber erst als er mit seiner  Tochter gekreuzt wurde, hatte er weißen Nachwuchs. Sowohl Vater als auch Mutter müssen die (Gen-)Veränderung besitzen, damit sie beim Nachwuchs zum Tragen kommen kann. Aufgrund der häufigen Inzucht sind die Jungen meist krank oder nicht überlebensfähig. Man hat festgestellt, dass die ursprüngliche Weißfärbung durch einen Gendefekt verursacht wird. Es sind aber keine echten Albinos, denn sie haben dunkle Streifen und blaue Augen. Der letzte weiße Bengal-Tiger in Freiheit wurde 1958 geschossen.

Doch zurück zum Amur (Sibirischen) Tiger. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich vom Baikalsee nach Korea und nach Sachalin – die nördlich von Japan gelegene Insel. Heute sind die beiden Regionen im Fernen Osten Russlands Primorje bis in die südlichen Teile von Chabarowsk, die letzten Rückzugsgebiete. Der Fluss Amur bildet die westliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes.

Die Größe der Reviere hängen vom Nahrungsangebot ab, das in diesen Breiten eher dünn ist. Bei Katern sind dies enorme 800 bis 1000 qkm, die der Weibchen sind deutlich kleiner und überschneiden sich häufig mit den Revieren eines Männchens. Da Weibchen nur etwa 3-7 Tage paarungsbereit sind, suchen sie sich häufig einen Partner. Die Paarung der Tiere zu beobachten ist durchaus spannend. Im Zoo Landau konnte ich beobachten, dass die Initiative oft vom Weibchen ausging und sie auch das Ende des Aktes bestimmt hat und dies laut und nachdrücklich.

Und hier noch die Unterarten von Panthera Tigris:

  1. Amur-Tiger auch Sibirischer oder Amur-Ussuri-Tiger genannt,
  2. Südchinesischer Tiger ursprünglich in Südchina, freilebend weitestgehend ausgerottet. In chinesischen Zoos leben etwa 70 Tiere,
  3. Hinterindischer (Indochina) -Tiger, etwa noch 350 Tiere in Kambodscha, Thailand, Myanmar, Laos und vielleicht in Vietnam,
  4. Malaiische Tiger – auf der malaiischen Halbinsel leben etwa 250 Tiere,
  5. Königs- oder Bengaltiger* – verbreitet in Indien und den Nachbarstaaten leben dort etwa 2500 Tiere.
  6. Sumatra-Tiger – etwa 400 Individuen auf Sumatra
  7. Java-Tiger – ausgerottet seit 1970
  8. Bali-Tiger – ausgerottet seit etwa 1940
  9. Kaspischer Tiger – ursprünglich weite Verbreitung von Anatolien über den Iran und Zentralasien bis in die Mongolei. Heute ausgerottet.

Die weitaus meisten Tiger leben heute in Zoos und leider auch in privaten Tiergehegen. In Texas alleine sind es etwa 2000 in solchen Hinterhofgehegen, ohne jede Kontrolle durch Veterinäre oder andere staatliche Organe. Unter welchen Bedingungen möchte man nicht wissen**.  In China werden Tiger in etwa 20 privaten Farmen gezüchtet (die Zahl die man vermutet schwankt zwischen 5000 und 10.000 Tieren) – und man ahnt es schon – um  geschlachtet und zu „Medizin“ verarbeitet zu werden.

*ein bekannter Vertreter ist Mowglis Widersacher Schir Khan aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling. Der im Übrigen das schlechte Image, das Tiger oft in ihren Heimatländern haben, in seinen Roman übernimmt.

**Ich empfehle einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung Magazin von Michaela Haas „Ein Tiger als Spielzeug“ mit den einleitenden Worten: „In einigen US-Bundesstaaten ist es einfacher, an einen Tiger zu kommen als an ein Auto. Bis zu 20 000 Wildkatzen werden als Haustier, Partyattraktion oder Maskottchen gehalten. Und Prominente machen das Problem nur noch größer.“

Die Bilder sind in den Zoos von Leipzig (oben), Duisburg und Landau (in der Galerie) entstanden.

Bitte auf eines der kleinen Bilder klicken um die Galerie bildschirmfüllend zu betrachten.

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