Sumatra-Tiger

Ich könnte stundenlang vor den Tiger-Gehegen verbringen. Die Tiere sind elegant, schön, kraftvoll und haben Augen die förmlich strahlen. Eigenschaften, die auch auf viele Menschen zutreffen und die wir sehr schätzen. Trotzdem sind diese herrlichen Tiere fast ausgerottet.

Tiger lassen sich genetisch in 2 Unterarten* einteilen, in Festlandtiger und Sundatiger, zu denen auch der Sumatra-Tiger gehört. Vor etwa 6000 – 12000 Jahren führte die Erhöhung des Meeresspiegels dazu, dass die Festlandsbrücke zu den Sundainseln unterbrochen wurde. Daher unterscheiden sich die Inselbewohner (Sumatra) genetisch deutlich von den Unterarten auf dem asiatischen Festland. Sumatra-Tiger sind beispielsweise deutlich kleiner und die Männchen ziert ein markanter Backenbart.

Die Probleme der Tiger auf Sumatra sind vielschichtig. Eine stetig anwachsende Bevölkerungszahl die mehr Ressourcen an Land benötigt, das Abholzen der Wälder, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen und man ahnt es schon, die Wilderei, um z.B. für die chinesische Medizin Tigerknochen zu erhalten oder der Handel mit Tigerfellen.

Die Restbestände (etwa 370 Tiere) der Sumatra-Tiger leben heute in isolierten Populationen überwiegend in Schutzgebieten. Da weder Tiger noch ihre Beutetiere zwischen den Schutzgebieten wechseln können, ergeben sich weitere Schwierigkeiten. Der Genpool wird kleiner und die Zahl der Huftiere ist dramatisch gesunken. Da der Mensch hier als Nahrungskonkurrent auftritt, fehlt es den Tigern praktisch an Beutetieren. Unliebsame Begegnungen mit Menschen und deren Haustieren sind so vorprogrammiert.

Die Inselbewohner leben in ihrer Heimat in dichten tropischen Wäldern im Tief- und Hochland. Sie benötigen die Nähe zu Wasser, da sie dort auch jagen oder sogar baden. Sumatra-Tiger haben Schwimmhäute zwischen den Zehen und sind ausgezeichnete Schwimmer.

Die Gehege in den modernen Zoos sind dieser Tatsache soweit es geht angepasst. Allerdings ist auch klar, dass ein Käfig oder ein Freigehege, sei es noch so groß, das Revier eines Tigers nie ersetzen kann. Dieses ist üblicherweise je nach Nahrungsangebot zwischen 20 und 100 km² groß. Da Tiger Einzelgänger sind, verteidigen insbesondere die männlichen Tiere ihr markiertes Revier gegen Eindringlinge. Sie akzeptieren allerdings Revierüberschneidungen mit weiblichen Artgenossinnen. Diese haben meistens kein festes Revier oder wechseln es häufig auf der Suche nach Katern.

Es gibt bei Tigern keine feste Paarungszeit. Solange eine Kätzin keinen Nachwuchs hat, ist sie etwa alle 45 bis 55 Tage paarungsbereit. Allerdings ist die Tigerin während der Brunstzeit, die zwischen 20 und bis zu 80 Tagen dauert, nur etwa 3-7 Tage befruchtungsfähig.

Meine Bilder entstanden im Zoo Frankfurt und Heidelberg. Die Frankfurter Tigerin Malea bekam zum letzten Mal 2013 Nachwuchs. Berani bekam 2014 in Augsburg eine neue Heimat. Nach dem Tod des Katers Iban kam Kater Vanni 2017 aus Spanien nach Frankfurt. Allerdings klappte es zwischen Malea und ihm nicht, sodass es keinen weiteren Nachwuchs gab. Beide Tiere sind in der Zwischenzeit verstorben.

Der überwiegende Teil der Bilder stammt aus dem Zoo in Heidelberg. Dort hatte es zwischen Kater Tebo und Kätzin Karis gefunkt und im Februar 2021 kamen Jambi, Dumai und Sabah zur Welt. Die Bilder sind ab Juni 2021 entstanden.

* Diese Angabe basiert auf den aktuellen Erkenntnissen. Es gibt jedoch auch Unterscheidungen von bis zu 9 Unterarten. Darauf gehe ich in einem zukünftigen Beitrag über den Amur-Tiger ein.

Neue Bilder aus Heidelberg 09/22

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