Wir Menschen können uns bekanntermaßen (fast) allen Lebensräumen anpassen. Wir haben die Mittel, die Möglichkeiten und ob wir vier Monate in der Dunkelheit in Spitzbergen, wie Inuit bei bitterer Kälte in Grönland oder die San in der Hitze der Kalahari leben, wir passen uns an. Es gibt aber Tiere die stellen „die Krone der Schöpfung“ weit in den Schatten. Dazu gehören auch die Wüstenfüchse oder Fenneks. Warum? Lest weiter.
Wie der deutsche Name dieser Tiere schon sagt, leben Fenneks in einer Zone, die sich über den nördlichen Teil der Sahara erstreckt. Genau liegt das Verbreitungsgebiet zwischen Marokko (dort fast bis zur Atlantikküste) und südlich des Atlasgebirges über die Nachbarstaaten (dort fast bis zur Mittelmeerküste) bis nach Ägypten zum Nil und die Nubische Wüste. Nach Süden wird es von der Sahelzone begrenzt.
Die sogenannte Allensche Regel besagt, dass Körperanhänge (also z.B. Ohren, Beine, Schwanz) in kälteren Regionen kürzer sind als bei Tieren die in warmen oder heißen Regionen leben. Fenneks mit ihren langen Beinen und riesigen Ohren sind ein sehr gutes Beispiel für die perfekte Anpassung an Klima und Lebensraum. Mit etwa 35 – 40 cm Körperlänge und einem Gewicht von 1,5 kg gehören sie zu den kleinsten Vertretern der Fuchsfamilie. Ihre Ohren messen etwa 15 – 19 cm in der Länge. Fenneks können damit sehr tiefe Töne wahrnehmen und somit Bewegungen tief im Sand lokalisieren. Sie dienen nicht nur zum Aufspüren der Nahrung, sondern auch zum Temperaturausgleich, da sie nicht schwitzen können. Das dichte, weiche und lange Fell vermutet man nicht unbedingt bei einem Tier, das in der Wüste lebt. Fenneks sind jedoch dämmerungs- und nachtaktiv und sind so bestens gegen die nächtliche Kälte geschützt.
Unerlässlich für das Leben der Fenneks ist Sand, in den sie ihren Unterschlupf bauen. Die Bauten bestehen aus flach verlaufenden Gängen, die von der Oberfläche schräg in die Tiefe reichen und in einem tieferliegenden Kessel enden. Dieser wird mit Blättern, Fell oder anderen Materialien ausgelegt. In lockerem Untergrund sind diese Bauten recht klein. In Dünen mit etwas festerem Untergrund können sie aber enorme Ausdehnung erreichen und oft werden mehrere Bauten untereinander verbunden. Es sind unglaublich agile und flinke Tiere, die hoch und weit springen können und sich blitzschnell im Sand eingraben, sodass man das Gefühl hat, sie würden einfach verschwinden.
Die Wüstenfüchse leben in Familienverbänden mit enger sozialer Bindung. Es sind dies die Eltern und etwa 2 – 5 Jungtiere. Männchen verteidigen ihre Familie vehement gegen Eindringlinge und Fressfeinde. Auch die Nahrungsversorgung der Mutter nach der Geburt wird vom Männchen übernommen.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Kerbtieren wie Heuschrecken aber auch Mäusen, Eidechsen oder kleinen Vögeln und Pflanzen. Ihren Flüssigkeitsbedarf decken sie überwiegend mit der Nahrung. Wenn sie die Möglichkeit dazu haben, trinken sie auch Wasser.
Der Bestand gilt nicht als gefährdet (Erhebung von 2015), allerdings gibt es keine exakten Untersuchungen wie viele Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum noch leben. Die Ausfuhr der Tiere ist zwar geregelt und genehmigungspflichtig, allerdings wurden in den Jahren 1977 – 2017 4109 Ausfuhren genehmigt und etwa 3500 als Nachzuchten deklarierte Tiere exportiert. (Die Zahlen stammen aus dem Zootier-Lexikon). Man könnte also schon vermuten, dass dieser Handel (vom illegalen nicht zu reden) den Druck auf die Bestände zusätzlich erheblich verstärkt, den sie durch Klimaveränderungen und den Verlust von Lebensraum sowieso schon haben.
Laut Zootierliste gibt es weltweit etwa 250 Haltungen in Zoos und Parks. Das wären geschätzte 500 – 800 Tiere. Und der Rest? Die Beantwortung dieser Frage und meine Meinung dazu lest ihr im Beitrag nach der Galerie.
Es sind unbestritten sehr putzige Tiere und es macht viel Spaß sie zu beobachten. Allerdings haben sie, wie oben erwähnt, tagsüber lange Ruhephasen was man in meiner Bildergalerie unschwer erkennen kann. 🙂






Für uns Besserwisser:
Die Allensche Regel oder ökogeografische Proportionsregel ist eine Klimaregel – Die Regel gilt für gleichwarme Tiere. Das bedeutet für Vögel und Säugetiere die eine gleichbleibende Körpertemperatur haben, egal wie kalt oder warm es draußen ist.
Sahelzone – Die Sahelzone in Afrika ist die in Ost-West-Richtung langgestreckte semiaride Übergangszone zwischen der Wüste Sahara im Norden und der Trockensavanne im Süden. Bis auf einen kleinen Teil in Ostafrika liegt der Sahel in der Großlandschaft Sudan.
Exoten gehören nicht in private Hände.
Sucht man Informationen zu exotischen Tieren im Internet, fällt auf, dass Fragen nach dem Kauf oder der Haltung solcher Tiere in den Suchmaschinen auftauchen z.B.:
Kann man einen Fennek als Haustier halten?
Was kostet ein Fennek (-Tier)?
Ich gehe davon aus, dass eine Suchmaschine sich Fragen merkt, die sehr häufig gestellt werden. Und ja, Fenneks sind süß, goldig, witzig… Sie riechen aber auch stark nach Fuchs, sind nachtaktiv, vertragen sich nicht immer mit Artgenossen und die Zucht ist sehr schwierig. Trotzdem wurden in 20 Jahren fast 8000 Tiere gehandelt. Der größte Teil landet wohl in amerikanischen Privathaushalten.
Aber bei meinem Statement oben geht es ja nicht nur um Fenneks. Besonders dramatisch ist meiner Meinung nach der Handel mit exotischen Vögeln und Amphibien, da er aufgrund der oft kurzen Lebensdauer immer wieder Nachschub verlangt.
Nun gibt es natürlich auch Argumente für private Haltungen von Exoten. Klar ist, dass es viele Tierhalter gibt, die auf ihrem Gebiet absolute Spezialisten sind und über großes Fachwissen verfügen. Ihnen gelingt auch die Zucht ihrer Tiere und sie tragen so zur Erhaltung der Art bei. Tiere aus Nachzuchten können meist ohne Probleme gehandelt werden, andere Halter und selbst Zoos können ihre Bestände aus diesen Nachzuchten ergänzen. Dies vermindert den Druck auf die freilebenden Populationen.
Vielleicht lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster, aber für alle anderen gilt: Exotische Tiere gehören nicht in private Hände. Man tut weder sich selbst noch den Tieren einen Gefallen, denn die Haltung ist oft sehr schwierig und die Bedürfnisse der Tiere können nicht erfüllt werden. Mit Lebewesen zu experimentieren, ob es vielleicht doch klappt, ist definitiv der falsche Weg. Dies gilt auch für Spontankäufe zu Festtagen und nicht nur für Exoten, sondern auch für Hunde und Katzen.
















































































